Der Haarausfall bei Frauen

Auch wenn die Frau von heute sich in jungen Jahren überhaupt nicht mit dem Thema Haarausfall auseinandersetzt, sondern den Interessenschwerpunkt eher auf Punkte wie Mode, Liebe und das Berufsleben lenkt, sollte man immer daran denken, dass es irgendwann soweit sein wird, dass man sich, so schwer es auch fällt, mit der Thematik auseinandersetzen muss.

Was man wissen sollte und wie man entgegenwirkt!

Dieser Artikel soll allen interessierten Leserinnen einen Einblick in die Welt des Haarausfalls bieten und liefert zudem wertvolle Tipps und Tricks, wie man diesen effektiv behandeln kann.

Wann der Haarausfall bei Frauen häufig auftritt

Natürlich kann es immer mal passieren, dass man aufgrund erhöhter körperlicher oder geistiger Anspannungen von Haarausfall heimgesucht wird, doch in der Regel ist dieser temporärer Natur und in der Regel genau so schnell wieder verschwunden wie er gekommen ist. Grundsätzlich gibt es allerdings zwei Phasen im Leben fast jeder Frau:



Wobei letzterer Punkt weitläufig bekannt ist, sorgt ersterer noch heute bei vielen Frauen für Verwirrung. Es kommt nicht selten vor, dass Frauen nach der Schwangerschaft sprichwörtlich “die Krise kriegen”, da sie sich den plötzlich auftretenden Haarausfall nicht erklären können. Medizinisch gesehen lässt sich dieser Haarausfall bei Frauen nach der Schwangerschaft durch Änderungen des Östrogenspiegels erklären. Während sich eine Frau in der Schwangerschaft befindet ist dieser Östrogenspiegel besonders hoch und wird nach der Geburt wieder abgebaut. Durch diesen oft rapiden Abbau des Östrogenspiegels wird neben anderen körperlichen Veränderungen auch häufig Haarausfall verzeichnet.

Fast selbiges Prinzip trifft auch auf die Wechseljahre zu. Auch in dieser Phase muss sich Frau mit einem stets geringer werdenden Östrogenspiegel abfinden, welcher Haarausfall begünstigt. Doch anders wie in der Schwangerschaft kommt während der Wechseljahre noch die Problematik mit dem Testosteron hinzu. Das Testosteron ist das Sexualhormon des Körpers und während der Wechseljahre wird die Produktion im Körper noch um ein hohes Maß gestiegen. Dadurch steigt natürlich der Testosteronspiegel im Körper der Frau an und die negativen Folgen sind, dass die Haarwurzel davon in Mitleidenschaft getragen werden und sich schneller Haarausfall verzeichnen lässt.

Die unterschiedlichen Arten des weiblichen Haarausfalls

Haarausfall bei Frauen hat mehrere Gesichter. Haarausfall bei Frauen wird in folgende Kategorien unterteilt:

  • androgenetische Alopezie (erblich bedingter Haarausfall)
  • Kreisrunder Haarausfall (Unterform)
  • diffuser Haarausfall (diffuse Alopezie)

Generell kann man sagen, dass der Haarausfall bei Frauen in den meisten Fällen in die Kategorie androgenetischer Alozepie geht, also vererbt wird. Man kann diese Art des Haarausfalls häufig daran erkennen, dass die sog. Geheimratsecken, sowie der gesamte Haaransatz immer lichter werden. Für diesen Vorgang ist das DHT (Dehydrotestosteron) verantwortlich, welches als Hauptursache für den Haarausfall genannt werden kann. Dieses DHT kommt durch eine Testosteronumwandlung zustande unter Zuhilfenahme von Enzymen zustande und unterdrückt das weitere Wachstum der Haare.

Den kreisrunden Haarausfall (alopecia areata) wird bei Frauen weniger häufig verzeichnet und kann erkannt werden durch die ovalen und kahlen Flecken, die bis ins kreisrunde gehen. Die meisten Frauen können aufatmen, denn diese Art des Haarausfalls tritt nur bedingt durch eine Krankheit auf. Dennoch sollte man sich vor Augen führen, dass diese Art des Haarausfalls bei Frauen statistisch gesehen die zweithäufigste ist. Diese Art des Haarausfalls kann sich in in jedem Alter zeigen und ein Trost bildet die Tatsache, dass die Haarfollikel nicht völlig zerstört werden, so dass die ausgefallenen Haare mit der Zeit wieder beginnen können zu wachsen.

Die letzte Gruppe bildet der diffuse Haarausfall. Dieser wird primär bei Frauen verzeichnet und es handelt sich um einen extremen Haarausfall. Innerhalb kürzester zeit nimmt die Dichte der Haare extrem ab und die Haare fallen immer mehr aus. Ursachen für diese Art des Haarausfalls sind weitreichend und können mit Stress beginnen und bis hin zu Vergiftungserscheinungen und Schilddrüsenerkrankungen führen.  Ein solche diffuser Haarausfall kann aber auch durch DHT Akkumulation oder gar übermäßiges Styling zustande kommen. Im Falle der Wechseljahre oder einer Schwangerschaft lässt sich dieser Haarausfall auf hormonelle Veränderungen erklären und in seltenen Fällen kann auch ein Missbrauch von Medikamenten die Ursache für das Erscheinen dieses Haarausfalls sein.

Wie kann Frau dem Haarausfall den Kampf ansagen?

Haarausfall ist ein Thema, mit welchem sich wohl jede Frau mit dem nötigen Ernst stellt und nicht gerade sonderlich viel auf Großmutters Hausmittelchen gibt. Glücklicherweise ist die heutige Medizin auf diesem Gebiet sehr fortgeschritten und es gibt Hilfe für Haarausfall bei Frauen. Um die richtige Behandlung zu ermitteln sollte man dennoch zunächst das Gespräch mit seinem Hausarzt aufsuchen, um sicherstellen zu können, um welchen Typ des Haarausfalls es sich handelt und dementsprechend die richtige Wahl hinsichtlich der weiteren Behandlung treffen kann.

Der bekannte Haarausfall nach der Schwangerschaft kommt, wie bereits erwähnt, durch die Änderung des Östrogenspiegels zustande. Da der Östrogenspiegel nach der Geburt des Kindes schlagartig zurückgeht, werden auch die Haarwurzeln geschwächt. In dieser Phase sollte man dafür sorgen, dem Körper reichlich Vitamine zukommen zu lassen. Zudem sollten die Haare durch zusätzliche Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente versorgt werden. Hier gibt es mittlerweile eine Menge Produkte, wobei eine Vielzahl der besonders empfehlenswerten Produkte auf rein pflanzlicher Basis wirken.

Gleiches gilt natürlich auch für die Wechseljahre. Da in dieser Phase noch die Problematik mit dem Testosteronspiegel hinzukommt, gibt es spezielle Produkte wie Haarwuchsmittel, die speziell für die Wechseljahre entwickelt wurden. Auch in diesem Falle sollte man zunächst das Gespräch mit seinem Arzt aufsuchen, denn bis es bei machen jungen Damen die diesen Artikel gerade lesen soweit ist, kann sich in der Medizin wieder einiges getan haben und Mittel entwickelt worden sein, die eine noch bessere Wirkung an den Tag legen. Wer die jungen Jahre bereits hinter sich gelassen hat kann dennoch aufatmen, denn die Haarwuchsmittel der heutigen Zeit sind ebenfalls sehr wirksam.

Eine alternative Methode stellt die Eigenhaarverpflanzung dar, welche als dauerhaft betrachtet werden kann. Diese wird allerdings durch einen chirurgischen Eingriff realisiert was nicht jedermanns bzw. jeder Frau Sache ist. Hier werden die Haare vom Hinterkopf genommen und später implantiert. Zudem gibt es heute auch spezielle Medikamente, die sich an Frauen richten, die Probleme mit dem genetischen Haarausfall haben.

Mythos Testosteron – eine Studie schafft Klarheit

Gerade wenn man jeden Tag mit Eintritt der Wechseljahre rechnen muss, treten bei Frauen häufig die Gedanken auf, sich von seiner Haarpracht zu verabschieden. Oft liest man, dass der Testosteronspiegel verantwortlich für den Verlust der Haarpracht ist, doch eine neue Studie zeigt auf, dass dies nicht ganz richtig ist.

Eine Studie mit Frauen konnte Ergebnisse aufzeigen (BJD 2011, erste Publ. online: 9. Januar), mit denen man nicht gerechnet hat. Bei der Studie nahmen Frauen teil, die aufgrund eines Androgenmangels eine Androgenersatztherapie erhielten. Erwartet wurde ein Haarausfall, doch keine der teilnehmenden Frauen konnte über den Verlust von Haaren klagen, auch wenn die verabreichte Hormonkonzentration um ein Vielfaches höher war als die Menge, die der Körper maximal selbst produzieren kann. Insgesamt nahmen 285 Teilnehmerinnen in einem Zeitraum zwischen 12 und 56 Monaten teil. Durch diese Studie werden erstmals die aktuellen Erkenntnisse bzw. Ansichten ins Wanken gebracht, dass es ein erhöhter Testosteronspiegel ist, welcher für den Haarausfall bei Frauen verantwortlich ist. Nun wird vermutet, dass es sich eher um einen positiven anabolen Effekt handelt.

Dennoch ist es ratsam, sich nicht allzu sehr auf diese Studie zu versteifen und genauere Analysen abzuwarten. In diesem Artikel erhielten interessierte LeserInnen und Leser eine genaue Übersicht über den Haarausfall bei Frauen, wie er zustande kommt, wie man ihn behandelt und welche Arten es gibt. Wir hoffen, dass Ihnen dieser Artikel gefallen hat und dass Ihnen das Gelesene jetzt oder in Zukunft eine Hilfe sein wird!